Eines vorweg :
Dieser Artikel soll kein Tutorial werden. Ich beschreibe auch nicht alles im Detail. Ich möchte nur zeigen, wie ich in diesem Fall von der Idee zum fertigen Bild gekommen bin.

Idee und Aufnahme

Beim Besuch des Freilichtmuseum “Heuneburg” (link) entdeckte ich eine Hütte, in der eine Feuerstelle zu sehen war. (Die Historiker mögen mir verzeihen, dass ich an dieser Stelle aus Unwissenheit nicht die korrekte Bezeichnung verwende.)

Ich stand also in dieser Hütte und betrachtete die Szene. In diesem Moment formte sich ein Bild in meinem Kopf. Das Bild wollte umgesetzt werden. In dieser Hütte war es recht dunkel, Licht kam nur über ein Fenster und eine Tür in Raum. Ich habe einige Versuche unternehmen müssen, um ein halbwegs brauchbares Foto zu bekommen.
Letztlich habe ich mich für meine 50mm Linse entschieden.

Während ich die Aufnahmen machte, formte sich das Bild im Kopf weiter. Ich konnte Details wie Feuer und Rauch deutlich sehen, eine etwas mystische und dunkle Szenerie war vor meinem inneren Auge.

Entwicklung und Frust

Als ich mir die Aufnahmen an der Kamera ansah, war ich skeptisch, als ich dann alles auf meinem Laptop hatte noch ein wenig mehr. Es war nicht das was ich erhofft hatte.
Also alles einfach liegen lassen? Löschen? Die Idee verwerfen? Nochmal hinfahren mit Stativ und Blitz?

Hier sind einige Beispiele:

Nein: Das ganze erst einmal sacken lassen und  nachdenken, gelegentlich soll das ja helfen 😉
Ich betrachtete mir die Aufnahmen und spielte mit der Entwicklung herum, dabei entschied ich mich für dieses Ausgangsbild:

Die Entwicklung und Korrekturen nahm ich in der DxO OpticsPro vor. Für mich ist die RAW Entwicklung dort am einfachsten und mir gefällt der Workflow. Der Interessierte wird fragen, welche Kameraeinstellung verwendet wurden:
die Aufnahme entstand bei ISO 320 / Blende 1.8 und 1/320 Verschlusszeit  mit dem Nikkor 50mm 1.8.

Aber nun ab damit in Affinity Photo.

Feuer und Flamme

Jetzt brauchte ich Feuer. Was sich so einfach anhörte, war gar nicht so einfach.

Ich durchsuchte diverse Bilddatenbanken und fand nichts für mich passendes. Zu groß, zu klein, zu dünn, zu gewaltig. Alles war dabei, nur nicht das, was in meinem Kopf war.
Bei der Suche fand ich dann das “scorching flames brushpack by luexo“. Als ich dann mit diesem etwas herumspielte, änderte sich meine Vorstellung – aus einem Feuer wurde eine einzelne Flamme. Mit ein klein wenig “Schein” nach außen und innen und einer gefühlten Ewigkeit der Farbanpassungen hatte ich meine kleine Flamme. Damit sie richtig ins Bild passte musste ich sie etwas zurecht stutzen.
Soweit nicht schlecht, aber wo ist nun der Rauch?
Es wiederholte sich das gleiche Spiel wie mit der Suche nach dem Feuer. Fündig wurde ich in dem “smoke brushes via you the designer“.
Und noch ein Detail was mir fehlte: kleine glühende Funken, die aufsteigen. Hier musste ich nicht lange suchen, mit den “Partikeln” war ich zügig durch.

Stimmung und Hintergrund

Flamme, Rauch und Partikel hatte ich, aber die Bildstimmung stimmte noch nicht. Was mich in erster Linie störte war der Hintergrund im Fenster. Diesen korrigierte ich über die Belichtungs-, Helligkeit- und Farbkorrekturen. Nun die Ebenen zusammenfügen, Maske setzen und siehe da – es zeichnet sich eine Landschaft im Hintergrund ab.

Aber irgendetwas fehlt, fehlt mir gewaltig.

Viel Licht im Fenster, Rauch über der Flamme – und wo ist der Lichtkegel?
Dieser ließ sich mit einem Trapez und sehr viel Gaußscher Unschärfe ins Bild zaubern. Im nächsten Schritt hebe ich die Sättigung etwas an, um mehr Farbe zu bekommen. Für die Stimmung fehlte mir noch etwas. Ich fügte noch eines der “Random pink fractals by starscoldnight” als neue Ebene ein, diese ließ ich über 7% Lumineszenz zum Rest hinzufügen. Nicht schlecht aber nicht düster/mystisch genug.

Finale

Also spielte ich mit allen möglichen Anpassungen herum, aber nichts traf meinen Geschmack. Als ich dann anfing, die NIK-Filter über das Ganze zu legen, fand ich meine finale Stimmung.
Wow, ich konnte es nicht glauben: ich war fertig.

Ich betrachtete mir das erzielte Ergebnis und war zufrieden.
Mein Bild im Kopf wurde zu einem leicht surrealem Composing.
Für die gesamte Bearbeitung inklusive der Recherche im Internet habe ich einen langen Abend gebraucht.

Und weil es so schön geworden ist, hier noch einmal das Ergebnis.

 

Vielen Dank für’s Lesen und schon einmal vielen Dank für Kommentare und Kritiken.

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