Heute stelle ich uns mal folgende Frage: Ist eine Festbrennweite ein Muss?
Ich meine: Braucht es wirklich eine Festbrennweite?

Vor- und Nachteile einer Festbrennweite

Gerade Einsteiger fragen sich häufig: Warum eine Festbrennweite und nicht das tolle MegaZoom?
Denn gerade am Anfang scheinen Festbrennweiten eine unnötige Einschränkung zu sein, aber ist dem denn wirklich so…?

Ich selbst habe vor allem am Anfang meine Zoom – Objektive geliebt. Warum? Ganz einfach: ich musste mich nicht bewegen und war ich mal etwas weit weg – einfach am Einstellrad gedreht und alles schien so nah.
Doch irgendwann hatte ich das Gefühl, den Bildern fehlt etwas … irgendetwas stimmt nicht.
Mein erster Gedanke: Es muss an der Kamera liegen! Mein zweiter Gedanke: Es sind die „billigen“ Objektive!
Nach einigen investierten Euros, viel lesen (Bücher und auch Internet) und einigen Fehlversuchen, bildete sich meine heutige Meinung: Nein, beides war/ ist falsch.

Zoom – Objektive sind sehr praktisch und ich möchte sie auch nicht missen.
Doch eine Festbrennweite hat für mich entscheidende Vorteile:
– Die Anfangsblende! Für uns Hobbyisten ist eine Anfangsblende von 1.8 schon gigantisch und vor allem auch bezahlbar.
– Bezahlbar! war das Stichwort, für unter 200,-€ bekommt man schon ein 50mm

Aber warum ist die Blende denn so wichtig?

Diese Frage ist komplex und einfach gleichermaßen.

Will oder muss ich in einer dunklen Umgebung fotografieren, ist die Lichtstärke oder Anfangsblende schon entscheidend. Aber dieses kann auch zu einem Problem werden, denn bei einer Blende von F1.8 bekomme ich nicht wirklich viel scharf. Doch bei einer Lichtstätke von F4.5 oder höher bekomme ich unter Umständen gar kein Bild mehr. Was ist nun wichtiger? Ich nehme das Bild. Eine große Anfangsblende (kleiner Blendwert) ist für Konzerte, Hochzeite oder beim Fotografieren mit natürlichem Licht unerlässlich. Für Landschaften vom Stativ sollte die Anfangsblende, meiner Meinung nach, nicht überbewertet werden. Hier tut es für die meisten auch eine Anfangsblende von 4,5-5,6.

Eine weit geöffnete Blende lässt nicht nur mehr Licht hindurch, sie sorgt auch für eine angenehme Unschärfe (Bokeh) im Hintergund, was für alle, die Menschen und Portraits fotografieren, ein wichter Faktor ist.

Und was ist mit der Schärfe?

Da ist, kurz gesagt, selbst eine günstige Festbrennweite oft schärfer/ detailreicher als ein Einsteiger – Zoom. Es gibt so manches richtig gutes Zoom, dennoch bleiben Zoom-Objektive Kompromisse.

Für mich persönlich steht folgendes fest:

Zoom für Landschaften (siehe Beitrag Nikon 18-35mm f/3.5-4.5 G meine Erfahrungen)
Festbrennweiten für Portraits.
Je nach Bereich und Situation sind die Anforderungen und Vorstellungen sehr unterschiedlich, es gibt keine Patentlösung und jeder Fotograf muss für sich selber entscheiden.

Wenn ihr anfangt, mit einer Festbrennweite zu fotografien, ist es am Anfang oft ungewohnt, schwierig und auch manchmal nervig. Wer damit nicht klarkommt nimmt ein Zoom.
Wer sich auf darauf einlässt bekommt ein neues Gefühl für das Bild.

Vielen Dank für’s Lesen.

In einem der nächsten Blogbeiträge werde ich euch meinen aktuellen Porträit-Liebling vorstellen…
Das Nikon AF-S NIKKOR 85 mm 1:1,8G Objektiv

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